Podiumsdiskussion Nationaltheater Barcamp zur Kreativregion Rhein Neckar
Mrz 092010

Liebe Freund/innen und Unterstützer/innen der Freien Kunstszene in Mannheim,

vor einigen Monaten sind wir angetreten die Situation für die freie Szene hier in Mannheim deutlich zu verbessern. In Form einer Petition haben wir einen Forderungskatalog aufgestellt, der von nahezu 400 Künstler/innen, Kulturvermittler/innen und Interessierten unterzeichnet wurden.

Es folgten viele Gespräche mit Verantwortlichen in Politik und Kultur, zahllose interne Diskussionen mit betroffenen Künstler/innen, eine fähnchenschwenkende Demo vor dem Sitzungssaal des Kulturausschusses und zwei öffentliche Veranstaltungen zum Thema, letztere vor kurzem im Schauspielhaus des Nationaltheaters.
Nun sind die großen Haushaltsberatungen diese Woche zu Ende gegangen und wir können mit großer Freude mitteilen, dass fast alle unsere Forderungen erfüllt wurden:

Ab sofort wird der Etat der freien Szene um 475.000 Euro aufgestockt und weitere 100.00 Euro im nächsten Jahr noch zusätzlich draufgesattelt. Die geforderte Veränderung der Vergaberichtlinien wurde, im Rahmen der Möglichkeiten, weitgehend verbessert. Zukünftig wird den bisherigen Entscheider/innen über die Mittelvergabe ein unabhängiger Beirat (u.a. mit Vertretern der freien Szene) beratend zur Seite stehen und last but not least ernsthaft über eine/n Beauftragte/n für Bildende Kunst in Mannheim nachgedacht.
Auch über die dringend notwendigen Ausstellungsmöglichkeiten und Ateliers für regionale Künstler/innen werden zur Zeit vielversprechende Diskussionen geführt.

Unser Fazit: Ziel erreicht!

Uns ist natürlich klar, dass ohne die politische Entscheidung zur Kulturhauptstadt oder das Ausstellungsprojekt „artscoutone“, unsere Forderungen nicht so scheinbar leichtgängig erfüllt worden wären. Aber wir denken, dass wir einen Beitrag leisten konnten und freuen uns daher sehr über die Bewegung, die zum einen in die freie Szene, und zum anderen in den bisher von Ignoranz geprägten öffentlichen Diskurs kommt. Das ist natürlich kein Grund sich auf dem Erreichten auszuruhen. Gerade jetzt gilt es dran zu bleiben und die neuen Möglichkeiten mit spannenden Projekten inhaltlich zu füllen.

Mit vielen Grüßen
Barbara Hindahl, Andreas Wolf und Fritz Stier

PS: Wir möchten uns auch bei den vielen Personen bedanken, die uns auf unterschiedlichste Art und Weise unterstützt haben oder zumindest ein offenes Ohr hatten. Nachfolgend seien nur einige genannt: Insbesondere OB Peter Kurz, Kulturbürgermeister Grötsch, der sogar gegen den Mehrheitsbeschluss seiner Fraktion für unsere Forderungen eingetreten ist, Gerhard Fontangier, Sabine Schirra vom Kulturamt, Anna E. Wilkens, Alexander Horn, Burkhard Braun-Behrends, Friedhelm Betz, Ana Laibach, Benny Jantzen, Annette Enders, Betty Wolf, Caroline Brack  und natürlich bei den vielen hier nicht genannten Personen, die uns ihre Zeit und ihr Engagement gewidmet haben.

Eine Antwort to “Ziel erreicht”

Kommentare (1)
  1. GegenSatz sagt:

    Das sind ja überaus gute Nachrichten. Herzlichen Glückwunsch nach Mannheim in die alte Heimat. Hoffentlich macht das Beispiel Schule und beflügelt Politiker in anderen Städten, dort gleichfalls der Kultur den Rücken zu stärken. Hier in Saarbrücken ist das Gejammer groß, da die Stadt nicht “nur” mit 450 Mio Euro in der Kreide steht, sondern gleich mit 650 (es wurden auch schon 750 genannt). Nach Mannheimer Beispiel ist auch schon eine “Bettensteuer” im Hotelgewerbe eingeführt worden… Weiterhin alles Gute!

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